Imkerei Albert Wienstroer

Juli und August

Im Juli ist das Bienenjahr endgültig zu Ende. Die letzte Honigernte dreht sich in der Schleuder. Da die Bienen den Honig nicht für den Imker sammeln sondern als Winterfutter für ihr Volk, müssen die Völker mit Zuckerwasser gefüttert werden um den Winter zu überleben. Wir hier im Sülztal sind in der glücklichen Lage nicht füttern zu müssen. Das drüsige Springkraut ein Neophyt blüht in großen Mengen an Bach und Flussufern. Es ist eine Pflanze, die aus Indien über England hier nach Zentraleuropa „eingeschleppt“ wurde. Sie ist vielen ein Dorn im Auge, besonders selbsternannten Naturschützern. Sicher diese Pflanze ist hier nicht heimisch, aber das sind Kartoffeln, Mais, Tomaten, Paprika, Robinie, Roteiche usw. auch nicht.


Gerade im August wo in der Natur nichts mehr blüht ist dieses „Unkraut“ eine willkommene Nahrungsquelle für alle Insekten. Schmetterlinge, Hummeln, Wildbienen und auch die Honigbiene erfreuen sich an der späten Blütenpracht.

Ob man diesen pflanzlichen Neubürger mag oder nicht, er ist nun mal da. Weg werden wir ihn nicht mehr bekommen. In einer Zeit wo Menschen in alle Welt reisen, Handel mit allen Kontinenten betreiben, wird es nicht vermeiden lassen das fremde Tiere und Pflanzen sich hier heimisch fühlen. Der menschliche Handel und Verkehr spielt für die Einführung von Neophyten eine so wichtige Rolle, dass die Entdeckung Amerikas 1492 und der sich mit ihr extrem verstärkende transkontinentale Handel auch als „Stichtag“ für die Einführung von Neophyten (wörtlich „Neu-Pflanzen“) festgelegt wird.

Für uns als Imker ist das Springkraut ein Segen. Wir brauchen keinen Industriezucker zu füttern. Die Bienen überwintern auf Springkrauthonig. In manchen Jahren ist es sogar möglich eine Ernte von diesem fruchtigen Honig zu schleudern.

Ende Juli Anfang August muss unbedingt die erste Varroabehandlung durchgeführt werden. Hier sind eine Menge Hilfsmittel auf dem Markt, welche für den Kleinimker auch hilfreich sein können. Bei einigen dieser Methoden werden Dispenser ( Verdunster ) in einer Leerzarge auf das Bienenvolk aufgesetzt. Für Imker die einen Außenstand mit 20 Völkern oder mehr haben ist diese Art der Behandlung unpraktisch und arbeitsintensiv. Auch für Standimker mit mehr als 10 Völkern ist das Ganze unpraktisch. Für jedes Volk muss eine Leerzarge aufgesetzt werden. In diesen Zargen befinden sich aber die ausgeschleuderten Honigwaben. Also müssten diese erst herausgenommen und zwischengelagert werden. Bei einem Außenstand müsste man entsprechend der Anzahl der Völker Leerzargen mitschleppen usw.

Wir machen das so: Auf die Bienenvölker wird ein mit 85 prozentiger Ameisensäure getränktes Schwammtuch gelegt. Die Ameisensäuredosierung richtet sich nach der Volksstärke. Innerhalb von 1-2 Tagen ist die Säure verdunstet. Das Schwammtuch wird entnommen. Dies wird bis zu 3 mal im Abstand von 4-5 Tagen wiederholt.

Bei richtiger Anwendung erreichen wir eine Entmilbung von über 90 %. Die Restentmilbung erfolgt dann in der brutfreien Zeit im frühen Winter.

Nur zur Erinnerung. Die Varroamilbe ist auch eingeschleppt worden. Sie ist in Indien heimisch und lebt mit der indischen Biene Apis Cerana im Gleichgewicht zusammen.


Arbeiten im Juni

Die Königinnen, die wir im Mai gezüchtet haben, müssen natürlich noch „verarbeitet“ werden. Es ist nicht ganz einfach eine neue Königin einem Volk oder auch Ableger zuzusetzen. Unter den Imkern gibt es die abenteuerlichsten Methoden. Das geht teilweise schon ins esoterische. Einige sprechen davon, dass die Bienen erst ihre alte Königin beerdigen müssen bevor sie die Neue annehmen. Andere lassen beide Königinnen, die Alte und die Neue, jeweils im Käfig nebeneinander im Volk ein paar Tage eingesperrt usw. Jeder kann es natürlich so machen wie er will, wenn es funktioniert ist es okay.



Wir machen das so:



1. Bei der Methode über einen Kunstschwarm, auch Fegling genannt, werden die bei der Honigernte abgefegten Bienen mit Milchsäure am wegfliegen gehindert. Diese Bienen gibt man nun in einen Kasten (Ablegerkasten oder ähnliches). In diesem Kasten befindet sich eine begattete Königin im Ausfresskäfig auf Mittelwänden. Der Kasten wird bienendicht verschlossen kühl und dunkel für 2-3 Tage in „Kellerhaft“ gehalten. Es ist sehr wichtig dass dieser Kunstschwarm, der ja im Gegensatz zum Naturschwarm kein Futter bei sich hat, sofort flüssig gefüttert wird. Nach der „Kellerhaft“wird der Ableger außerhalb des Flugbereichs der entnommenen Bienen aufgestellt. Bei dieser Methode schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe. Die Vorteile sind: Die Bienen wurden durch das Besprühen mit Milchsäure varroafrei gemacht. Weil Mittelwände verwendet wurden erhalten wir neuen Wabenbau. Nachteil: Es dauert ca. 21 Tage bis die erste Brut schlüpft. Die Erfolgsquote liegt bei fast 100%.

2. Die zweite Methode welche wir anwenden ist das Zusetzen einer begatteten Königin in der Zweitschlupfzelle. Ein Wirtschaftsvolk wird entweiselt. Nach 2-3 Tagen haben die Bienen erste Nachschaffungszellen angesetzt. Die neue Königin wird nach Vorschrift in eine Zweitschlupfzelle gesetzt. Die Zweitschlupfzelle mit der neuen „ Kuckuckskönigin“ wird nun auf die Wabe mit den Nachschaffungszellen gesteckt. Nach ca. zwei Stunden schlüpft die „ Kuckuckskönigin“. Die Bienen nehmen die Königin sofort an. Vorteil: Es können problemlos Brutableger, Wirtschaftsvölker usw. mit neuer Königin versorgt werden. Die Brutpause beträgt nur 2-3 Tage. Die Nachteile sind: Es wurde keine Varroabekämpfung vorgenommen und auch der alte Wabenbau wurde verwendet. Diese Art des Zusetzens haben wir bisher in unserer Imkerei bis 2012 schon weit über 60 mal ausgeführt. Die Erfolgsquote ist bisher 100%


07.05.2012 - Der Mai ist gekommen, was ist zu tun?

Die Monate Mai und Juni sind wohl die arbeitsreichsten Monate für den Imker. Die Völker „explodieren“ Schwarmverhinderung ist angesagt. Die Erstellung von Brutsammelablegern und Kunstschwärmen bei der Honigernte liegt an. In klimatisch günstigen Lagen dreht sich Ende Mai die Schleuder.




Aber eine alte Imkerweisheit sagt: Ist der Mai kühl und nass, macht das Imkern keinen Spaß. Zur Zeit ist es zu kalt und zu nass. Jeden Tag schlüpfen 1000-2000 Jungbienen und sind bei diesem Wetter zum Nichtstun verdammt. Das fördert die Schwarmlust der Völker, aber das Wetter können wir noch nicht beeinflussen. Also Augen auf, starke Völker schröpfen, Brutableger bilden, Brutdistanzierung durchführen.

Schwerpunkt im Mai ist die Königinnenzucht.


Wir machen das so.



In einen Starterkasten werden eine Futterwabe, eine Pollenwabe und eine Wasserwabe gehangen.
Dann werden reichlich Jungbienen von mehreren Völkern dazugegeben. Nach einigen Stunden werden aus einem zuchtwürdigen Volk, hier handelt es sich um instrumental oder Insel begattete Königinnen in den Starter umgelarvt. Die im Starter befindlichen Bienen stürzen sich auf die eintägigen Larven und versorgen diese sofort mit Königinnenfuttersaft ( Gelee Royal ). Wenn die Zellen schön angeflegt sind werden sie in den Honigraum eines weiselrichtigen Volks eingehangen. ( Pflegevolk) Im Honigraum des Pflegevolks befinden sich zwei Brutwaben mit jüngster Brut. Zwischen den Brutwaben wird nun der vom Starter angepflegte Zuchtrahmen gesetzt. Nach fünf Tagen sind die Zellen gedeckelt und werden gekäfigt. Nach weiteren acht Tagen schlüpfen die Jungköniginnen. Diese werden entnommen und mit einem Becher voll Bienen in ein Begattungskästchen eingesetzt. Nach 2-3 Tagen „ Kellerhaft“ werden die Begattungskästchen auf dem Begattungsstand aufgestellt.

Wenn das Wetter mitspielt fliegen die Königinnen nach ein paar Tagen zum Hochzeitsflug aus und gehen dann ca. zehn Tage nach ihrem Schlupf in Eilage. Jetzt werden diese Königinnen farblich mit einem nummerierten Plättchen markiert.

Mit diesen standbegattenten Königinnen werden dann über Kunstschwärme oder Zweitschlupfzelle neue Völker gebildet.


27.03.2012 - Der Frühling ist da!

Der März 2012 geht sonnig zu Ende. Die Bienen haben den nassen und im Februar kalten Winter gut überstanden. Die Salweide blüht und die Bienen tragen bei herrlichem Sonnenschein Pollen und Nektar ein. Die Königinnen steigern ihre Legeleistung so das zur Apfelblüte Ende April Anfang Mai genügend Bestäuberinnen vorhanden sind.

Was ist zu tun?
Die Völker sollten erweitert werden und die ersten Baurahmen gegeben werden. Je nach Volksstärke können auch schon Mittelwände eingesetzt werden. Die Honigräume für die kommende Tracht Anfang Mai werden vorbereitet.





Die Vorbereitung für die anstehende Wanderung muss getroffen werden. Kontaktaufnahme zu den Landwirten, Stellplatz für den Wanderstand erkunden, Mitte April das Gesundheitszeugnis einholen und die zuständigen Veterinärbehörden von der bevorstehenden Wanderung unterrichten, den Wanderanhänger auf etwaige Winterschäden untersuchen. Wenn das Alles geschafft ist steht der Wanderung in den Raps so Mitte April nichts mehr im Wege.



Ein neuer aktueller Bericht kommt im Mai mit Königinnenzucht usw.


27.02.2011 - Am Bienenstand

In den letzten Wochen kletterte an manchen Tagen das Thermometer über die 10 Grad Marke und an Bienenständen die in der Sonne lagen fanden die ersten Reinigungsflüge statt. Die Völker haben ein erstes Brutnest angelegt. Der Futterverbrauch ist noch gering. An einem warmen Tag sollte trotzdem eine Futterkontrolle stattfinden. Wir wollen hoffen, dass der März nicht all zu kalt und nass wird, damit die Bienen sich mit frischen Pollen aus Haselnuss, Christrose, Schneeglöckchen, Krokus und Weide versorgen können.

Was ist zu tun Standkontrollen:
Sind die Fluglöcher frei?
Bodeneinlagen kontrollieren und reinigen.
Abdeckungen richten.

Direkt an den Bienen sollte noch nicht gearbeitet werden. Eine Faustregel sagt: „Wenn man im Hemd mit kurzem Ärmel durch den Garten gehen kann, dann kann man auch in die Völker schauen“. Ansonsten wird die Zeit genutzt mit Rähmchen drahten, Mittelwände gießen und alle imkerlichen Arbeiten die nicht direkt an den Bienen stattfinden.